Grundlegende Verständnisse

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Der Mensch möchte glücklich sein.

Diese These können wir nicht beweisen. Aber der Gedanke entsteht, wenn man mit Menschen redet. Wenn man ihre Bücher liest, ihre Filme ansieht und ihre Musik hört. Falls diese These für Dich, den Leser gilt, dann könnte die folgende Argumentation ebenfalls für Dich gelten:

Bewusst oder unbewusst teilt jeder Mensch die Dinge in Richtig und Falsch ein. Richtig ist, was ihm gut tut, ihn glücklich und zufrieden macht oder dorthin führt. Falsch ist, was ihm nicht gut tut, was ihm schmerzt, ihn leiden lässt.
Was ist das Lebensziel des Menschen? Einen Lebensweg zu finden, der richtig ist, sprich, der glücklich macht. Weil es aber auch Dinge gibt, die der Mensch nicht in richtig und falsch einteilen kann, versucht er einen Weg zu gehen, der nicht falsch ist. Dennoch sucht er das Richtige, das Wahre. Er sucht „Wahrheit“.

Wahrheit
Was ist, wenn Menschen aufeinander treffen, die verschieden denken? Also die Dinge anders in Richtig und Falsch einteilen? Beispielsweise mag einer Jazz. Ein anderer vielleicht Hard Rock. Dann ist Jazz für den einen richtig, weil ihn Jazz glücklich macht. Für den anderen ist Hard Rock richtig. Eine Wahrheit gilt für den einen, eine andere Wahrheit gilt für den anderen.
Wenn jeder seine eigene Wahrheit hat, kann es niemanden geben, der glaubt die Wahrheit des anderen besser zu kennen. Oder eine alleinige Wahrheit zu kennen. Diese Einsicht gegenüber jedem anderen nennen wir „Respekt“.

Kommunikation
Aber es gibt Dinge, die wir zusammen für wahr halten. Zum Beispiel kann es sein, dass beide Menschen das gleiche Buch mögen. Es gibt also gemeinsame Wahrheit. Wie kann man gemeinsame Wahrheit finden? Durch Kommunikation!
Aus der Annahme, dass es aus Sicht eines Menschen nur eigene und gemeinsame, aber keine alleinige Wahrheit gibt, resultiert folgende Form der Kommunikation: Der Mensch teilt seine eigene Wahrheit mit, um die des anderen kennenzulernen. Er hört seinem Gegenüber zu. Über Kommunikation verstehen zwei Menschen einander und finden gemeinsame Wahrheiten. Man kommuniziert nicht, um den anderen von der eigenen Wahrheit zu überzeugen, ohne die Wahrheit des anderen zu kennen. Denn ohne die Wahrheit des anderen zu kennen, kann man nicht wissen, was für beide wahr ist. Durch Kommunikation kann es dazu kommen, dass man Teile seiner Wahrheit ändert. Es ist also nicht falsch, eine Meinung zu ändern. Wir glauben, es ist richtig und wichtig, die eigene Wahrheit stetig anzupassen.
Diese Form der Kommunikation, die einiger Übung bedarf, nennt man „Gewaltfreie Kommunikation“.

Miteinander
Was heißt das für den Einzelnen und die Welt um ihn herum? Es ist nicht falsch, wenn ein Mensch entscheidet, mit wem er befreundet sein möchte und mit wem nicht. Es ist nicht falsch, wenn jemand ein Kopftuch oder einen Nadelstreifenanzug tragen möchte. Es ist auch nicht falsch, wenn eine Frau sich wohler fühlt andere Frauen zu lieben, keine Männer. Man kann nur für sich selbst in richtig und falsch einteilen, nicht für andere. Wenn man lernt, andere Menschen in ihrer Wahrheit zu akzeptieren, gebraucht man die Kunst der „Toleranz“.
Das heißt nicht, dass man Handlungen eines Menschen in jedem Fall akzeptiert. Langfristig jedoch verstehen wir uns nur durch Kommunikation, damit wir die Beweggründe für Handlungen verstehen, die nicht mit der eigenen Wahrheit harmonieren.
Religion und Wissenschaft sind gleichfalls gemeinsame Wahrheiten vieler Menschen. Was richtig und was falsch ist, entscheidet jeder für sich selbst.

Verbundenheit
Alles ist miteinander verknüpft. Jeder Mensch ist auf vielfältige Weise mit jedem einzelnen Teil der Natur des Planeten verbunden. Zum Beispiel wandeln Pflanzen Kohlenstoffdioxid in Sauerstoff um, den wir atmen. Nur durch die Luftzirkulationen des Planeten erreicht er uns auch. Die globalen Wasserkreisläufe sind unabdingbar für alle Lebewesen der Erde. Die Erde ist unsere Lebensgrundlage. Je gesünder der Planet ist, desto gesünder sind auch wir.
Auch wir Menschen sind über Freundschaften, Visionen, Zusammenarbeit und viele andere Bande miteinander verknüpft. Jeder Einzelne hat Einfluss auf Glück oder Unglück seiner Mitmenschen und damit auf seine gesamte Umgebung. Genauso beeinflusst unsere Umgebung das eigene Dasein.
Es steht folglich niemand allein. Jeder einzelne Mensch ist mit dem gesamten Planeten und der globalen Gesellschaft verbunden.

Gesellschaft – Grundbedürfnisse
Wie kann man seine eigene Wahrheit so vollständig wie möglich leben? Wie kann man jeden Schritt gehen, den man gehen möchte, ohne Angst haben zu müssen? Wie kann man also frei sein?
Das geht nur in einer Gesellschaft, in der niemand einen Grund hat, die Freiheit eines anderen zu nehmen. Eine Gesellschaft, in der es so wenig Gründe wie möglich gibt, Neid für einen anderen zu empfinden. Eine Gesellschaft, die stets versucht, optimale Bedingungen für die Vorhaben eines jeden Einzelnen zu schaffen. Erst dann kann man seine Wahrheit leben, seine Vorstellungen umsetzen und seine Ziele erreichen ohne Angst vor anderen haben zu müssen. Der Mensch kann nur frei sein, wenn alle Menschen frei sind. Langfristig kann es dem Einzelnen nur gut gehen, wenn es allen gut geht.
Wie muss eine Gesellschaft aussehen, in der jeder seine eigene Wahrheit leben kann? In der jeder frei sein kann? Wir glauben, für alle von uns ist folgendes wahr:

Wir brauchen Luft zum Atmen.
Wir brauchen Trinkwasser.
Wir brauchen Nahrung, um satt zu werden.
Wir brauchen einen sicheren Platz zum Schlafen.
Wir brauchen Bewegungsfreiraum.
Wir brauchen andere, mit denen wir unser Leben teilen können.

Wir denken, mit diesen Dingen beginnt ein würdevolles Leben.

Gesellschaft – Werkzeuge
Was brauchen wir noch? Ganz einfach: Jeder braucht etwas anderes, weil jeder eine eigene Wahrheit lebt. Jeder hat eigene Vorstellungen, eigene Ziele. Der eine möchte weit reisen. Entweder zu Fuß, was lange dauert, aber sehr schön sein kann. Oder er hätte gern ein Fahrrad. Oder mag die Eisenbahn. Fühlt sich wohler mit Auto oder Flugzeug. Schon beim Reisen hat jeder seine eigene Vorstellung. Andere brauchen Instrumente, um Musik zu machen. Andere brauchen einen Ball, um Fußball zu spielen, wieder andere einen Fernseher, um ihnen aus der Ferne dabei zuzusehen. Und wieder andere brauchen einen Spaten, um einen Baum zu pflanzen. Wir brauchen Werkzeuge! Dinge, um das zu tun, was wir tun wollen. Jeder braucht andere Werkzeuge.
Woher kommen diese Werkzeuge? Wir Menschen schaffen sie uns aus Materialien, die wir auf der Erde finden. Unsere kreativen Köpfe erfinden ständig neue Dinge, mit denen wir unsere Ziele besser erreichen können. Dinge, die uns das Leben erleichtern. Dinge, die uns Freude bringen.

Gesellschaft – Umsetzbarkeit
Und wie kann das für alle Menschen funktionieren? Wie können wir jedem Menschen das geben, was er braucht, ohne dabei das Leben auf dem Planeten zu gefährden? Wissenschaftler sagen, dass es heute kein Problem ist, alle Menschen zu ernähren. Wissenschaftler sagen auch, dass wir auf dieser Erde durch Solar-, Wind- und Geothermalenergie, Wasserkraft und viele nicht entdeckte Quellen, viel mehr Energie haben könnten als wir alle zusammen je brauchen. Mit dieser Energie könnten wir auch alle Menschen auf dem Planeten mit Nahrung, Wasser, Wohnraum und vollständiger Mobilität versorgen. Nur die Materialien auf dem Planeten sind endlich. Wir müssen sie intelligent verwalten und so oft wiederverwenden, dass wir und alle Generationen nach uns ein freies Leben leben können.
Für das intelligente Management unserer Ressourcen haben wir unseren Kopf. Unsere Mitmenschen, Wissenschaftler und Ingenieure werden unsere Werkzeuge stetig verbessern. Sie werden sie so verbessern, dass wir immer einfacher damit umgehen können. Sie werden sie so verbessern, dass sie immer besser mit der Natur des Planeten im Einklang stehen. Damit wir weiterhin Luft zum Atmen und Trinkwasser haben.
Solange wir darauf achten, uns nachhaltig innerhalb der Tragfähigkeit der Erde zu entwickeln, gibt es genügend Ressourcen für alle auf einem gesunden Planeten. Wir müssen nur anfangen, daran zu arbeiten.

Transition
Doch was hält uns noch auf? Wir glauben, es ist die Tatsache, dass wir noch nie eine intelligente Verwaltung unserer Ressourcen auf diesem Planeten hatten! Aus diesem Grund haben wir unsere Ressourcen schon immer für uns sichern müssen. Deshalb gibt es Eigentum, das wir ständig umher tauschen. Um den Tausch zu erleichtern, erfanden wir Geld. Und nun glauben viele von uns, dass ohne Geld nichts funktionieren würde.
Die Art und Weise, wie wir Geld bzw. Eigentum heute nutzen, veranlasst uns zu verschwenden, unsere Ideen für uns zu behalten, uns gegenseitig zu misstrauen, uns zu bekämpfen und uns schließlich selbst zu vergessen. Zu vergessen, was wir eigentlich wollen. Unsere Wahrheit.

Aktiv werden
Wo fangen wir an? Zunächst bei uns selbst! Was ist richtig, was ist falsch? Was tut mir gut, was nicht? Wie ist das bei Menschen, die mich umgeben? Lasst uns gemeinsame Wahrheiten finden, durch gewaltfreie Kommunikation, Respekt und Toleranz.
Schon Gandhi sagte: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ Paulo Coelho sagt: „Jede Gelegenheit sich selbst zu ändern, ist eine Gelegenheit die Welt zu ändern.“ Sei ein Anfang. Für die Welt. Aber viel wichtiger: Für Dich!

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